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Deutsches oder polnisches Usedom: Wo ist der Urlaub besser?

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Spätestens 2022 soll der Swinetunnel die polnischen Urlaubsgebiete in Westpommern verkehrstechnisch noch besser an Deutschland anbinden. Schon im August 2018 soll Baustart sein. Wirtschaft und Kommunen in MV fürchten mehr Konkurrenz. Zu Recht? Wir vergleichen die touristischen Qualitäten auf beiden Seiten der deutsch-polnischen Grenze.

In unserer Reportage verwenden wir die deutschen Namen Misdroy für Międzyzdroje und Swinemünde für Świnoujście.

Foto: Sabina Purfürst;  Insel Usedom, am Strand von Swinemünde


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Wir haben je einen deutschen und polnischen Kollegen gefragt, welche persönlichen Eindrücke sie entlang der Ostseeküste gesammelt haben.

Radek Jagielski ist 43 Jahre alt und lebt in Stettin. Er schreibt regelmäßig für die Usedomer Ausgabe der OSTSEE-ZEITUNG und hat  mit seiner Familie schon Urlaub an der deutschen Ostseeküste gemacht.

Christopher Niemann ist 27 Jahre alt und lebt in der Nähe von Ueckemünde. Er fotografiert und filmt für die OSTSEE-ZEITUNG in Vorpommern und verbringt seine Freizeit oft in Polen.

Foto: UTG, Seebrück in Ahlbeck

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„Die deutschen Preise sind für Polen sehr hoch“, sagt Radek Jagielski. Er kennt Usedom von Reisen mit der Familie.

Christopher Niemann bestätigt das. Ein Bier kostet in Polen etwa 2,00 Euro, in Deutschland 3,50 Euro. Ein Fischgericht schlägt in Polen mit 9,50 Euro zu buche. In Deutschland kostet ein vergleichbares Essen das Doppelte. Die Parkgebühren auf bewachten Parkplätzen liegen in Polen bei etwa 2,50 Euro für drei Stunden. In Deutschland gibt es kaum bewachte Parkplätze. Ein unbewachter Parkplatz kostet bis zu 7,00 Euro. Die Kurtaxe liegt in Swinemünde bei etwa 1,00 Euro pro Tag. Auf der deutschen Seite werden 2,30 Euro fällig.

Foto: Sławek Ryfczyńsk, Parkautomat in Swinemünde

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Unser polnischer Kollege nennt die deutsche Ostseeküste  „ziemlich cool“. Ihm gefällt die Architektur in Bansin, Ahlbeck, Heringsdorf und Kamminke besser als in Swinemünde.

Jagielskis Kollege Niemann gerät im Gegenzug ins Schwärmen über die polnische Seite: „Meine Freunde und ich verbringen so viel Freizeit wie möglich in Polen. Im Sommer ist es in Misdroy wie auf Mallorca, dabei liegt es für uns gleich um die Ecke". Und er fährt fort: „Überall gibt es kostenlos Musik. Auf den Promenaden spielen DJ's und Rockbands.

Foto: Slawek Ryfczynski, Strand von Swinemünde



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Die Ostsee und der Sandstrand kennen keine Nationalitäten Die Qualität ist auf beiden Seiten der Grenze gleich hoch. Im Sommer sind die Strände voll – hier wie dort. „Zu voll“, wenn es nach Radek Jagielski geht.

Christopher Niemann fallen jedoch ganz andere Unterschiede auf: „In Polen gibt es überall Strandbars und es ist noch abends am Strand viel mehr los. Die Jüngeren feiern dort nach Sonnenuntergang.“ Er schätzt, dass auf der deutschen Seite mehr Rentner und Familien Urlaub machen.

Foto:  Kaiserbäder Insel Usedom; Public Viewing zur Fußball WM


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Gute Erfahrungen kann man bei Begegnungen auf der deutschen und polnischen Seite machen. Allerdings gibt es Unterschiede, wo die Nettigkeiten ausgetauscht werden.

Unser polnischer Kollege hebt die Freundlichkeit der Urlauber hervor. „Die Leute auf der deutschen Seite sind nett. Sie grüßen sogar auf den Radwegen.“

Der deutsche Kollege lobt dagegen die Gastfreundschaft der Polen im Servicebereich. „Das Personal ist freundlich und mit Leidenschaft bei der Arbeit. Insgesamt ist der Service viel besser."

Foto: Fotolia



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Unsere Reporter sind selten in Hotels unterwegs. Von außen betrachtet, erkennen sie – inbesondere bei neuen Bauten – keine Unterschiede.

Deutlich wird, wie stark Polen nachzieht. In den letzten Jahren sind zahlreiche moderne Hotel- und Appartmentanlagen hinzugekommen. Die Neubauten werden immer prächtiger. Wellnesskomplexe gehören stets dazu. Auch die Zimmerpreise gleichen sich in der Sommersaison zunehmend an. Für eine Nacht im Vier-Sterne-Hotel werden auf beiden Seiten zwischen 150 und 280 Euro aufgerufen.

Abbildung: Radek Jagielski



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Wem das Strandleben auf der deutschen Seite Usedoms zu turbulent ist, kann sich in das Binnenland mit ruhigem Achterwasser, verträumten Dörfern und blühenden Salzwiesen zurückziehen.

Natur pur bietet auch der Wolliner Nationalpark auf der polnischen Seite mit dem Wisentpark Misdroy.

Christopher Niemann ist stets von Deutschland nach Polen mit dem Rad unterwegs. „Man merkt, dass viele EU-Gelder nach Polen geflossen sind. Die Schilder sind ja auch überall sichtbar. Die Radwege sind modern und sehr gut ausgebaut."

Allerdings sind in Polen selbst noch nicht alle Radwege durchgängig befahrbar. Hier hat die deutsche Ostseeküste die Nase vorn.

Foto: Tomasz Kuna



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Radek Jagielski bedauert, dass die Bahnanbindung mit der UBB in Polen kaum bekannt ist. Seiner Meinung nach fehlt es an ausreichend Informationen über die gute Bahnanbindung nach Deutschland. Er denkt: „Mit dem Auto ist es schwer nach Ahlbeck zu fahren. Jeder hat Angst vor den Staus im Sommer. Der Tunnel wird für die Anwohner gut sein."

Abbildung: Skizze zum Verlauf des geplanten Swinetunnels unter der Swine

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Auf der Insel Usedom wird der europäische Gedanke gelebt. Die Ostsee hat keine Grenze und die Touristen genießen die Annehmlichkeiten der deutschen wie der polnischen Seite gleichermaßen.

Mit dem Verkehrsprojekt „Swinetunnel“ wird der Verkehrsfluss in alle Richtungen angeregt und voraussichtlich auch die Tourismuswirtschaft grenzübergreifend angekurbelt. Im Wettbewerb wird sich durchsetzen, wer das beste Preis-Leistungs-Verhältnis bietet. Gewinner sind also am Ende die Urlauber.

Foto: Isabell Stahnke, Sonnenaufgang in Trassenheide


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