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Tittentaster und Knallerballerweg: Außergewöhnliche Straßennamen in MV und ihre Geschichten

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Von der Unnützen Straße an den Bierbach oder auf direktem Weg Zur Hölle – an kuriosen Straßennamen fehlt es in Mecklenburg-Vorpommern nicht.

Wir haben nachgeforscht, woher die Straßen ihren ungewöhnlichen Namen haben. 

Fotomontage: Olaf Maaß

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​Schon Greifswalds Zisterzienser-Mönche wussten, was gut ist. Immerhin waren sie für das Bierbrauen im Eldenaer Kloster bekannt. Noch bis ins Jahr 1932 wurde in dem Greifswalder Stadtteil in einer Brauerei Bier produziert.

Für die Herstellung von Hopfen und Malz ist Wasser unabdingbar. In direkter Nähe der hansestädtischen Brauerei befand sich ein kleines Gewässer. Die Brauerei bezog das Wasser zum Teil aus dem Koitenhäger Bach, auch Bierbach genannt. Auch wenn es die Brauerei seit Jahrzehnten nicht mehr gibt, erinnert heute der Straßenname „Am Bierbach“ von der einstigen Existenz.

Dass viele Straßennamen oft an die damals ansässigen Produktionsbetriebe angelehnt sind, zeigen auch die Kuh- und die Fleischerstraße in Greifswald. Dass sich diese beiden Straßen in unmittelbarer Nähe befinden, kann wohl kein Zufall sein. Und woher der Name der Fischstraße kommt, ist wohl selbsterklärend.

Text und Foto: Christin Lachmann

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​Goldener Brinken: Der Name dieses Platzes in der Bahnhofstraße, Ecke Breitsprecherstraße in Bergen auf Rügen entstand vermutlich aus einem Übersetzungsfehler. Kürschnermeister Uwe Hinz, der unter anderem historische Stadt- und Rügenführungen anbietet, weiß mehr über diesen Platz.
  
„Früher nannte man ihn ,Gildebring’. Dieser Name stammt aus dem Altmittelhochdeutschen und bedeutet so viel wie bepflanzter Platz. Hier stand das Haus der Bergener Zünfte. Ringsherum haben sich mit dem Bau der Kirche im Jahr 1170 Kaufleute und Handwerker angesiedelt“, sagt er.  
Der Name Goldener Brinken soll erst im 19. Jahrhundert entstanden sein. Es kann also sein, dass aus dem Altmittelhochdeutschen der Name falsch übersetzt wurde. „Vielleicht wurde er auch deshalb so genannt, weil die Menschen Sehnsucht nach Wohlstand und Reichtum hatten“, sagt Uwe Hinz.
  
In der Mitte des Platzes befindet sich heute die mehr als 100 Jahre alte Billroth-Eiche, die zu Ehren des bedeutenden Chirurgen und in Bergen geborenen Theodor Billroth gepflanzt wurde.

Text und Foto: Mathias Otto

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Luisa Rüster lebt in der Kleinen Leichnamstraße in Grimmen – und das ganz ohne sich zu Gruseln. Braucht sie auch nicht. Denn einerseits hat die 21-Jährige ihren Freund Tobias an ihrer Seite und andererseits hat dieser ungewöhliche Straßennamen nichts mit Toten, Skeletten oder anderen schaurigen Dingen zu tun.

Die Kapelle „Zum Heiligen Leichnam“, die längst nicht mehr existiert, gab einst dem gesamten Viertel und eben auch der Straße seinen Namen.

 In der Grimmener Altstadt gibt es einige Straßennamen, die zunächst verwirrend sind. So existiert eine Domstraße, obwohl die Stadt gar keinen Dom hat. Irritierend ist auch die Hafenstraße. Obwohl sie nahe bei die Trebel verläuft, hängt der Straßenname nicht mit einem früher dort vorhandenen Hafen zusammen. Vielmehr ist die Straße nach den Hafenmachern benannt, den Töpfern. Auch der Rosengang heißt nicht so, weil dort Rosen wachsen, sondern dort gab es einst Roßschlächtereien. Die Knochstraße ist nach den Knochenhauern benannt, die früher dort ihrer Arbeit nachgingen und die Buddeliner Straße nach den Bütteln.

Nicht nur die „Kleine Leichnamstraße, sondern auch die Wohnung, in der Luisa Rüster wohnt, hat eine geschichtsträchtige Vergangenheit. Ganze Generationen kannten sie als „Schulkonsum“, einen Laden, in den die Schüler von der gegenüberlieghenden Schule schnell gelangten, um sich eine Nascherei zu holen. Während einer Auktion wurde das Haus 2010 verkauft und aus dem Ladengeschäft wurde eine weitere Wohnung.

Text und Foto: Almut Jaekel

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Der Name täuscht. Die Unnütze Straße in der Stralsunder Altstadt trägt ihren Namen nicht etwa, weil sie überflüssig ist. Viel mehr hatte das Wort „unnütz“ früher die Bedeutung von unanständig, liederlich, leichtfertig und unehrbar, wie Stadthistoriker Andreas Neumerkel erklärt – eine Stätte des horizontalen Gewerbes. Dieses befand sich als kleine Verbindungsstraße zwischen der Langen- und Frankenstraße. Seit 1616 ist die heutige Straßenbezeichnung üblich.

Ein Beweis, dass die Unnütze Straße einst eine Hurengasse war, sei auch, dass von ihr über die Vergüldete Straße direkt ein Weg zum Haus des Henkers führte. Denn die sogenannten „gemeynen dochter“ unterstanden dem Henker und seinen Dienern und wohnten deshalb auch in seiner Nähe.

Erst Ende des 19. Jahrhunderts gab es Beschwerden von Stralsunder Bürgern zum „schlimmen Treiben“ der Prostituierten. Und so beschloss die Polizei im Jahr 1894, die Unnütze, die Papen- und die Judenstraße sowie den Katharinenberg „von Kontrollmädchen gänzlich zu befreien“ und sie in der Mauerstraße unterzubringen. Allerdings in einen abseits gelegenen Teil der Mauerstraße. Ab 1896 gab es nur noch eine Straße, in der sich die Huren aufhielten. „Der Teil der Fährstraße und Semlowerstraße wurde zum allseits bekannten Sündenpfuhl von Stralsund“, so Andreas Neumerkel.

Heute erinnert weder in der Unnützen noch in der Mauerstraße etwas an die Geschichte des horizontalen Gewerbes in der Hansestadt.

Text: Miriam Weber
Foto: Ralf TK Neumann

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„Grüße an die Teufel, wenn die nicht gestorben sind, leben sie noch heute!“ Dieser kleine Gruß steht schon mal auf einer Karte, wenn Niels Jäger Post bekommt. Er wohnt in Stubbenfelde auf Usedom - am Teufelsberg 5 a. „In der Dorfstraße kann jeder wohnen“, sagt der Strandkorbvermieter, der mit seiner Lebensgefährtin Jaqueline Jeschke und Sohn Jodi-Lee-Niels einer von insgesamt 19 Haushalten ist, die hier leben.

Der Bereich zwischen dem Kölpinsee und der Steilküste an der Ostsee wird als „Teufelsinsel“ oder „Teufelsberg“ bezeichnet. Diese Namensgebung beruht auf einer Sage. Ein klumpfüßiger Schuster, der mit dem Teufel im Bunde stehe, habe sein Domizil in der Nähe des Strandes aufgeschlagen. Was er nachts tat, hat niemand erfahren. Nur der Teufelsberg und die Teufelskuhle erinnern noch an ihn.

Teuflisch gehe es aber nicht zu, so Niels Jäger. Dafür aber tierisch: „Wir hatten hier schon Besuch vom Elch. Der stand beim Nachbarn im Garten. Den Biber haben wir am Kölpinsee auch regelmäßig zu Gast. Und neulich beschwerte sich meine Oma, dass ihre Stiefmütterchen im Garten verschwunden waren. Es stellte sich heraus, dass es die Rehe waren“, so Niels Jäger.

Übrigens, in der Loddiner Ortschronik steht eine ganze Menge über den Teufelsberg.

Text und Foto: Henrik Nitzsche

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Wie viele Straßennamen gibt es eigentlich in Rostock? Es sind mehr als 1400 Straßen- und Platznamen, erläutert Stadtsprecher Ulrich Kunze. „Kurios sind vielleicht auch wohl bewusst gewählte Namensgleichheiten in der Stadtmitte, der Kröpeliner-Tor-Vorstadt und im Hansaviertel und in Warnemünde. Dies gibt es in anderen Kommunen zwar auch, dort sind sie oft aber durch Eingemeindungen oder Gemeindezusammenschlüsse entstanden. Hier wurden gleichlautende Namen in Warnemünde vergeben, obwohl dies schon seit 1323 Teil von Rostock ist. Mit einer Eingemeindung kommen wir so zum Beispiel auf drei Mühlenstraßen in Rostock...“

Drei Beispiele für kuriose Straßennamen: Nummer eins ist der Knallerballerweg in Brinckmansdorf. Bebaut, nach Angaben der Stadtverwaltung, zwischen 1957 und 1961, ist der Weg nach der Gestalt des Professors Knallerballer aus John Brinckmans „Kasper Ohm un ick“ benannt.

Nummer zwei ist die Schlachthofstraße in der Kröpeliner-Tor-Vorstadt. Bis 1938 befand sich hier der Städtische Schlachthof. Im gleichen Stadtteil gibt es auch „Am Grenzschlachthof“, bebaut in den 1920er-Jahren. Der Straßenname erinnert an den Grenzschlachthof, bei dem Grenze wörtlich gemeint war. In den Jahren 1927 bis 1929 gab es den direkt an der Warnow gebauten Seegrenzschlachthof, den man aufgrund einer tierseuchenpolizeilichen Verordnung errichtet hatte. Vorteil: Der Transport von Vieh aus dem Ausland, etwa aus Dänemark, war hier direkt vom Schiff in den Schlachthof möglich.

Beispiel Nummer drei: „Bei der Knochenmühle“ (Stadtteil Brinckmansdorf). Auch hier ging die Benennung auf ansässige Wirtschaft zurück, gab es doch an dieser Stelle früher eine Dampfknochenmühle.

Text: OZ
Foto: Ove Arscholl

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„Wer in den Himmel will, muss erstmal durch die Hölle gehen“, meint Ilse Scheringer mit einem Lächeln. Gläubig ist die 83-Jährige zwar nicht, das Sprichwort wiederhole sie aber regelmäßig. Denn die Rentnerin lebt zusammen mit ihrem Ehemann in der Straße Zur Hölle im er Ortsteil Camitz.

Wer die beiden besuchen will, sollte ein Navigationsgerät stets griffbereit haben. Ein Straßenschild gibt es nämlich nicht. Besser gesagt: nicht mehr. „Drei Mal wurden die Schilder geklaut“, sagt Scheringer. Das letzte Mal liege bereits einige Jahre zurück. Eines sei angeblich in einer ehemaligen Diskothek in Ribnitz-Damgarten aufgehängt worden.

Was die Straße nun mit dem Reich des Teufels zu tun hat, erschließt sich dem Betrachter nicht. Im Gegenteil: Wie eine Allee zieht sich der Weg entlang einer Reihe von Bäumen und Sträuchern, vorbei an zwei Wohnhäusern, über ein grünes Feld bis an den Rand eines dichten Waldes.
Die Herkunft des Namens bleibt auch Scheringer bis heute verborgen. Was sie weiß: Ursprünglich bezeichnete „Hölle“ den Landschaftsteil, der heute die Straße einschließt. Welches Teufelswerk hier früher vollbracht wurde, bleibt ein Mysterium.

Text und Foto: Flemming Goldbecher

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Eine feste Station für jede Stadtführung in Wismar ist die kleine Gasse an der Ostseite des Marktplatzes. Wobei, eigentlich gibt es in Wismar überhaupt keine Gassen, denn sind die städtischen Wege auch noch so klein, sie heißen von jeher „Straßen“. Die Namensgeschichte der Straßen ist auch immer ein Stück Stadtgeschichte und als einer der kuriosesten Namen ist uns die „Tittentasterstraße“ überliefert.

Dies war ein schmaler Durchgang zwischen Marktplatz und Diebstraße, eben dort, wo sich heute der Hoteleingang des Steigenberger Hotels Stadt Hamburg befindet. Der Durchgang war so schmal, dass man zur Entstehungszeit recht bald auf einen ganz natürlichen Namen kam. Man meinte eben nur die nicht auszuschließende körperliche Berührung zweier Menschen beim Vorbeigehen.

Im Mittelalter war solch offene Namensgebung an der Tagesordnung, sie ist auch aus anderen Hansestädten belegt. Im nieder- und plattdeutschen Sprachgebrauch sagt man beispielsweise „wat het de Olsch för Titten“ und nicht „Busen“. Erst mit zunehmender Prüderie im 17. und 18. Jahrhundert wurden solche Namen aus dem Sprachgebrauch verdrängt, die heute einen Einblick in die ungezwungene und freie Sprachkultur unserer Vorfahren geben.

In keiner Weise ist der Name „Tittentaster“ etwa mit einer Badestube oder anderen öffentlichen Häusern, die es in Wismar zur Genüge an der Stadtmauer gab, zu bringen. Vielmehr ist die Geschichte der „Tittentasterstraße“ neben ihrem sprachkulturellen Wert auch ein Stück Baugeschichte.
Noch heute kann man in vielen kleinen Städten Mecklenburgs schmale Durchgänge zwischen den Häusern bemerken. Man nennt sie heute noch „Tüschen“. Eine solche Tüsche war die „Tittentasterstraße“ in Wismar, sie bestand als Durchgang bis 1621. Danach wurde sie mit einem Gitter verschlossen.

Mit dem Umbau des Hotels Stadt Hamburg in seine heutige Bauform – erfolgt in der Mitte der 30er-Jahre des 19. Jahrhunderts – verschwand auch die „Tittentasterstraße“ völlig. Der Eigentümer des 1993 neu erbauten Hotel Stadt Hamburg entdeckte den Namen in der Stadtgeschichte, nannte fortan den im historischen Tonnengewölbe untergebrachten Bierkeller „Zum Tittentaster“ und belebte damit diesen Namen neu.

Am 5. Juli 1995 wurde an der Hausfront in Übereinstimmung mit der Denkmalpflege der Hansestadt Wismar ein Straßenschild mit dem Namenszug der „Tittentasterstraße“ angebracht, was schnell Souvenirjäger auf den Plan brachte, die es nach zwei Tagen heimlich abmontierten. Ein zweites Straßenschild sollte diebstahlsicher sein, wurde jedoch 2016 gestohlen. Seitdem ist der Name auf die Fassade aufgemalt und gehört zu den begehrtesten Fotomotiven Wismars.

Text: Detlef Schmidt
Foto: Lya Sophie Rohde

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Ganz so prominent ist in Selmsdorf die kleine Gasse nicht, die gegenüber der Schule ins Wohngebiet führt. Aber der Name ist schon ungewöhnlich.
Seit 2006 gibt es in Selmsdorf ganz offiziell den „Eierräuberweg“. Damals beschloss die Gemeindevertretung den Namen in Anlehnung zur Geschichte des kleinen Ortes. Denn die Bezeichnung für den Weg ist nach Auskunft von alteingesessenen Selmsdorfern schon ziemlich alt.

Bereits vor dem Zweiten Weltkrieg wurde der Weg im Volksmund so genannt. Links und rechts befanden sich Hühnerställe.Dort konnten Diebe fette Beute machen. Und weil sich eben der allgemeine Sprachgebrauch deutlich besser einprägt als amtlich verordnete Bezeichnungen, ist man wieder zu dem „Eierräuberweg“ zurückgekehrt.

Zu holen gibt es hier allerdings nichts mehr, jedenfalls keine Eier. Links und rechts des kleinen Weges, der nur zu Fuß oder mit dem Fahrrad bewältigt werden kann, stehen zwar Eigenheime, Hühner sind dort allerdings nicht zu sehen. Aber was nicht mehr ist, das kann ja nochmal werden.

Text und Foto: Michael Prochnow

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Der Doberaner Kammerhof ist nicht Kummerow – aber dieses Roman-Dorf und sein Erfinder begegnen Bewohnern und Besuchern hier auf Schritt und Tritt. Denn Bad Doberans Volksvertreter benannten die Straßen und Wege an den 250 Grundstücken im größten Eigenheim-Neubaubaugebiet Mecklenburgs nicht nur nach dem Pseudonym des Heimatdichters Ehm Welk, Thomas Trimm – sondern auch nach seinen Romangestalten Johannes Bärensprung (Armenjunge) und Martin Grambauer (Bauernbursche) aus „Die Heiden von Kummerow“ oder nach dem uckermärkischen Geburtsort des bekannten Erzählers (1884-1966), Biesenbrow – heute ein Ortsteil von Angermünde.

„Der Vorschlag kam vor drei Jahren vom Kulturausschuss“, erklärt Ulla Golombek, Vorsitzende des Freundeskreises Ehm Welk. „Wir haben das sehr begrüßt – so bleibt der Schriftsteller bei den Menschen in der Stadt präsent.“ Zumal sich das neue Wohngebiet in unmittelbarer Nähe zum Ehm-Welk-Haus an der Dammchaussee befinde, sagt Golombek. „Wir haben das sehr begrüßt – so bleibt der Ehm Welk bei den Menschen in der Stadt präsent.“ Ulla Golombek, Vorsitzende Freundeskreis Ehm Welk.

So heißen die drei „Haupt“-Straßen hier jetzt Heiden-, Kummerower und Biesenbrower Weg. „Als ,Heiden’ bezeichnen sich eine Reihe von handelnden Figuren, besonders die Kinder aus den Romanen ,Die Heiden von Kummerow’ und die ,Gerechten von Kummerow’“, erklärt Golombek.

Die kleinen Ringe im Wohngebiet tragen die Namen Kantor Kannegießer, Krischan Klammbüdel, Pastor Breithaupt, Martin Grambauer und Johannes Bärensprung: „Kantor Kannegießer ist der Dorfschullehrer aus den Romanen ,Die Heiden von Kummerow’ und ,Die Gerechten von Kummerow’. „Dazu erinnere der Kühnemann-Weg an Tobias Kühnemann – die zentrale Figur aus dem letzten, in Bad Doberan geschriebenen Roman „Der wackere Kühnemann aus Puttelfingen“.

Was Ulla Golombek besonders freut: „Zu unserer vorerst letzten Öffnung des Ehm-Welk-Hauses Anfang Februar kamen auch viele Bewohner des Kammerhofes, um sich über den Schriftsteller zu informieren – denn Freunde und Familie fragen immer wieder nach, warum die jeweiligen Straßen diese speziellen Namen tragen.“ In den kommenden anderthalb Jahren werde das Literaturhaus saniert und zur Kultur- und Begegnungsstätte ausgebaut, blickt die Vereinsvorsitzende voraus. Bis es so weit ist, können Einheimische und Gäste zumindest auf den Spuren des Literaten wandeln – beim Spaziergang durch das neue „Ehm-Welk-Viertel“ im Doberaner Kammerhof. 

Text: Lennart Plottke
Foto: privat/ Ehm Welk 

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