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Ruinen in Bad Doberan

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Sie verfallen seit Jahren und prägen das Stadtbild von Bad Doberan: Die Ruinen historischer Gebäude. Das einstige Moorbad, Wiege des Kurbetriebes, ist zum Teil eingestürzt. Das Gelände der ehemaligen Chemiefabrik und späteren Produktionsstätte der Industrie-Kooperation Schiffbau verkam zur illegalen Müllkippe. Das ehemalige Wirtschaftsgebäude auf dem Klostergelände wurde durch einen Brand zum Teil zerstört. Die alte Jugendherberge auf dem Tempelberg stand lange Zeit leer.

Doch für die Ruinen gibt es Hoffnung, für alle Brachen Interessenten, um den Stillstand aufzuheben.

Von Anja Levien

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Seit Langem ist das Gelände der früheren Chemischen Werke GmbH ein Schandfleck. 2018 soll es renaturiert werden, das sanierte Grundstück dann an einen Investor verkauft werden. Welches Gewerbe sich hier ansiedeln wird, ist noch ungewiss. In den vergangenen Jahrzehnten wurden hier Obst angebaut, Nikotin hergestellt und Schiffsteile gefertigt.

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Der Landschaftsgärtner Otto Finck war der erste Grundstücksbesitzer der Fläche in Walkenhagen. Er baute hier ab 1854 eine Obstplantage auf. Das Grundstück wechselte in kürzester Zeit die Besitzer bis es 1920 der Fabrikant Franz Albrecht erwarb. Er baute die Chemische Fabrik zu Walkenhagen auf. Er hatte eine Konzession auf Gewinnung von Nikotin und Tabakextrakten aus Rohtabak und Tabakabfällen.

1929 meldet Franz Albrecht Konkurs an, die Chemische Fabrik zu Walkenhagen wird 1930 zwangsversteigert. Graf Hans von Wilamowitz-Moellendorff, Hohen Niendorf, erhält den Zuschlag und tritt seine Rechte an die „Chemische Werke Doberan bmH“ ab. Geschäftsführer der neuen Firma ist der Kaufmann Eduard Lotz aus Hamburg. Die Fabrik bestand von 1923 bis 1962.


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Eine neue Zeit beginnt 1962, als die VEB Metallbearbeitung gegründet und in den Hallen der ehemaligen Chemischen Fabrik untergebracht wird. Es werden Lüftungsanlagen für Schiffe produziert. 1974 fusionierte die Metallbearbeitung mit der Industrie-Kooperation Schiffbau (IKS), Lieferant für kältetechnische Komponenten unter anderem im Schiffbau und der Lebensmittelindustrie.

Die Treuhand übergibt die Firma 1991 an Riedel Kältetechnik. Diese Firma meldet 1994 Insolvenz an und die Selck-Gruppe übernimmt das Unternehmen, baut 1995 im Gewerbegebiet Eikboom neu und zieht um. Seitdem stehen die Gebäude in Walkenhagen leer.

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Seit 1995 stehen die Fabrikhallen und das Wohnhaus leer. Die Fenster sind eingeschlagen, Dächer eingestürzt, die Metallteile aus den Hallen gestohlen.

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Autoreifen, Kühlschränke, Fernseher, Matratzen - seit Jahren wächst auf dem Gelände der ehemaligen Chemischen Werke Bad Doberan GmbH in Walkenhagen eine Müllkippe. Hier liegen Fässer, Dosen, Behältnisse mit Flüssigkeiten. Niemand weiß, was schon alles in den Boden gesickert ist. Die Revitalisierung des Geländes kostet Millionen.

Im September 2018 ist mit der Beseitigung des Mülls begonnen worden.

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Es war Herberge für Kurgäste, Patienten, Soldaten sowie Flüchtlinge und wechselte oft den Besitzer: Das alte Moorbad an der Bahnhofstraße in Bad Doberan. Bald könnte es Unterkunft für Urlauber werden, wenn der Eigentümer seine Pläne umsetzt. Das 1822/23 erbaute Haus war nicht immer eine Ruine.

Seine Geschichte beginnt 1821 mit einer Eisenquelle. Um diese medizinisch nutzen zu können, enstand ein kleines Gebäude mit vier Badewannen als erste Kureinrichtung. Von 1822 bis 1823 wurde dann das Stahlbad von Baumeister Carl Theodor Severin auf Anordnung des Großherzogs Friedrich Franz I. eingeschossig erbaut.

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Der Bau von 1823 wird 1902 durch Aufstockung vergrößert. Im Anschluss am Westende des Hauses wird ein einstöckiger Flügel mit neun Zellen für Moorbäder errichtet. Über die Jahre versiegte die Eisenquelle, Ostsee-Meerwasser und Moor werden als Heilmittel eingesetzt.

Doch nicht immer war das Stahlbad eine Kureinrichtung. Ab 1943 wurde das Gebäude als Lazarett genutzt, 1945 beherbergte es die Rote Armee, 1946 Flüchtlinge. 1948 wurde der Badebetrieb wieder aufgenommen.

Auch viele Namen trug das Gebäude: "Stahlbad", "Stahl- und Eisenmoorbad Doberan", "Sanatorium Eisenmoorbad".

Seit die Dr.-Ebel-Fachkliniken 1996 ein neues Moorbad 800 Meter südlich gebaut haben, steht das alte Moorbad leer.

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Seit 1996 wechselten die Eigetümer öfters. Jeder hatte seine eigene Idee, das Moorbad wieder mit Leben zu füllen. Es gab ein Konzept für betreutes Wohnen, eine Wohlfühlanlage mit Sauna und Sole-Grotten oder ein Vier-Sterne-Hotel. Nichts wurde realisiert.

Durch einen Brand am 12. Dezember 2006 wurde das Moorbad enorm beschädigt. Ein Antrag auf Abbruch und Wiederaufbau des damaligen Eigentümers wurde abgelehnt, da das Objekt auf der Denkmalliste steht, die Fassade muss erhalten bleiben.

Die Jahre gingen dahin, der Verfall war nicht aufzuhalten, Eigentümer, Stadt und Denkmalpflege schoben sich den Schwarzen Peter gegenseitig zu. 2011 gab der Landkreis den Auftrag, Teile des Giebels abzutragen - aus Sicherheitsgründen.

2014 beantragte Bad Doberan die Zwangsversteigerung.

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Im Laufe der Jahre hat sich die Natur das Gelände zurückgeholt, haben Menschen hier illegal Müll abgelagert, verfallen die Gebäude. Die die alte Technik des Moorbades rottet vor sich hin: Förderbänder, Heizkessel, Rohre. Die Fenster sind zerstört, das Dach an vielen Stellen eingestürzt.

Am 19. September 2015 wird das alte Moorbad zwangsversteigert. Der Zuschlag geht an David Corleis. Er plant ein Hotel mit Wellness-Bereich und Restaurant auf dem Gelände. Dafür muss ein Bebauungsplan her.

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Seit 2006 hatte die alte Jugendherberge auf dem Tempelberg in Bad Doberan leer gestanden und war im Laufe der Jahre immer mehr verfallen. Im April 2018 wurde sie abgerissen.
Jetzt soll an gleicher Stelle eine „Vital-Villa“ mit Beauty- und Aktivbereich sowie Café entstehen.

Erst in den 1960er Jahren wurde aus dem Haus eine Jugendherberge. Davor war es eine Ausflugsgaststätte. Vor allem an den Wochenende waren die Menschen auf den Tempelberg gestiegen, um bei Kaffee und Kuchen den Blick bis zur Ostsee zu genießen.

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Mahlen, Backen, Brauen - das soll im Wirtschaftsgebäude im Kloster Bad Doberan bald wieder möglich sein. Stadt, Kirchengemeinde und der "Verein der Freunde und Förderer des Klosters Bad Doberan" setzen sich seit Jahren für den Erhalt des 1979 durch einen Brand zum Teil zur offenen Ruine gewordenen Hauses ein. Der Klosterverein sammelt unter dem Motto "Ein Dach für neues Leben" Geld für eine Überdachung des ruinösen Teils.

Für das gesamte Haus ist ein Nutzungskonzept erarbeitet worden. Neben einer Brauerei sollen im Wirtschaftsgebäude Gastronomie, Büroräume und ein Ausstellungsraum entstehen.


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Am 8. März 1979 ging das Wirtschaftsgebäude des Klosters in Flammen auf. Ein 16-jähriger Jugendlicher hatte das Feuer gelegt, um, wie sich später bei der Verhandlung herausstellte, als Brandschutzhelfer der Feuerwehr als Erster am Ort zu sein. Feuerwehren aus dem ganzen Kreis und aus Rostock eilten herbei und konnten erst nach zwölf Stunden die lodernden Flammen unter Kontrolle bringen

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Das Wirtschaftsgebäude wurde um 1280 errichtet mit innenliegenden Wasserrädern und künstlich angelegter Wasserzuführung - dem Wallbach -, einem großen Getreide und Mehllager sowie einer angeschlossenen Bäckerei.

2015/2016 wurde eine Schaumühle mit Wasserrad und begehbaren Mahlboden in das ehemalige Mühlengebäude gebaut.

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