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Lernen auf der Insel Hiddensee: Die kleinste Schule in MV

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Nur 60 Kinder besuchen die Schule auf der Insel Hiddensee - sie ist damit die kleinste ihrer Art in MV. Eine Klasse besteht sogar nur aus einem einzigen Schüler. Ein Ortsbesuch.

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Die Schule in Vitte ist so klein, dass die sechste Klasse nur aus einem einzigen Kind besteht. Damit der zwölfjährige Tommes Riemer nicht ganz allein die Schulbank drücken muss, büffelt er mit Schülern der fünften Klasse. Jahrgangsübergreifendes Lernen nennt die Schule das. 

Doch auch zusammen kommen Tommes Riemer und seine Mitschüler auf gerademal sechs Leute. Die Regionale Schule mit Grundschule Hiddensee in Vitte besuchen nur 60 Schüler der Stufen eins bis zehn - sie ist damit die kleinste weiterführende Schule in ganz Mecklenburg-Vorpommern.

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Dass so eine Einrichtung überhaupt überleben kann in einer Zeit, in der landauf und landab kleine Dorfschulen geschlossen werden, hat geografische Gründe - es geht schlicht nicht anders. Hiddensee ist nur mit dem Schiff zu erreichen.

Ohne die Schule müssten die Schüler täglich mit der Fähre fahren - ein immenser Zeitaufwand, ein kostspieliger noch dazu. Da kommen die Schüler lieber mit dem Fahrrad oder dem Inselbus aus den umliegenden Ortschaften zur Schule. Große SUVs, die direkt vor der Schule parken, wurden hier noch nie gesehen - Hiddensee ist eine weitgehend autofreie Insel.

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Die zehnjährige Swantje Syring geht in die fünfte Klasse. "Ich mag die kleinen Klassen. Man kann auch mal von seinem Platz aufstehen und die anderen etwas fragen, ohne dass große Unruhe entsteht", sagt die Zehnjährige. Einziger Nachteil: Wer nichts wisse, könne nicht einfach abtauchen.

Swantje Syring steht noch vor einer weiteren Herausforderung. Sie will Abitur machen, doch das geht auf Hiddensee nicht. Ihr Plan ist, in der 8. Klasse auf das Gymnasium in Bergen auf Rügen zu wechseln. Dafür müsste sie dort zu Verwandten ziehen. So ist das mit Inseln - so schön sie auch sind, irgendwann werden sie zu klein.

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Hiddensee liegt im Norden Vorpommerns direkt vor Rügen. Jedes jahr kommen etliche Touristen auf die Insel. Dagegen stehen nur 1000 Bewohner. Die Schule in der Ortschaft Vitte gibt es dort seit 1887. Ende der 1980er Jahre gingen bis zu 200 Schüler dorthin - doch diese Zeiten sind vorbei.

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Wo es wenig Schüler gibt, ist auch die Zahl der Lehrer überschaubar. Sieben von ihnen gibt es an der Hiddenseer Schule. Neben den zwei Fächern, für die sie im Studium ausgebildet wurden, müssen sie auch Unterricht zu Wissensgebieten geben, in die sie sich erst einlesen müssen.

Viele von ihnen haben sich daher zu wahren Multitalenten entwickelt. Claudia Glöckner etwa, 37 Jahre alt und eigentlich gelernte Lehrerin für Englisch und Religion, hat außerdem bereits Klassen in Deutsch, Geschichte, Kunst und Musik unterrichtet.

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Sind die Leistungen der Insel-Kinder am Ende also besser als in Schulen auf dem Festland? "Unsere Abschlüsse sind so gut, dass wir im Vergleich sehr gut aussehen. Das liegt auch an den kleinen Gruppen", ist Schulleiterin Cornelia Dahlke überzeugt.

Durch die geringe Größe der Insel sei ein besonderes Zusammenleben möglich. "Wir kennen die Schüler und auch ihre Familien. Und sie uns auch."

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In einigen Fällen kennen die Kollegen ihre Schüler sogar besser, als ihnen manchmal lieb ist. Weil es nur eine Schule auf Hiddensee gibt, gehen auch die Kinder der Lehrer dorthin - und werden von ihren Eltern unterrichtet. „Das fühlt sich manchmal ein bisschen komisch an“, sagt Claudia Glöckner, Lehrerin und dreifache Mutter.„Aber wir kriegen das ganz gut hin.“

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