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Kreuzfahrt-Boom: Diese Unternehmen in MV profitieren

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Warnemünde/Seehafen. Die schwimmenden Luxushotels – sie bringen die Welt nach Rostock: „Allein 2017 besuchten Kreuzfahrtgäste aus 153 Nationen die Hansestadt“, sagt Rostocks Tourismuschef Matthias Fromm. Die Urlauber verbreiten aber nicht nur internationales Flair, sie geben auch richtig viel Geld in der Region aus – für Ausflüge, Sehenswürdigkeiten, in Restaurants und Hotels.

Die insgesamt 450 000 Passagiere, die im Schnitt pro Jahr in Rostock von Bord gehen – sie sichern die Jobs von vielen Hunderten Menschen in und um Rostock. Die OZ stellt fünf Beispiele vor, die vom Kreuzfahrt-Boom ganz direkt profitieren.

Foto: Danny Lehman




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Ende diesen Jahres wird Martin Heider einen neuen Rekord verkünden können: Genau 8708 Kreuzfahrt-Gäste besuchten im Jahr 2017 „sein“ Bad Doberaner Münster, in diesem Jahr werden es erstmals mehr als 10 000 sein. „Und das sind nur jene Gäste, die an Bord einen Ausflug gebucht haben.

Die Individualbesucher, die von den Schiffen auf eigene Faust kommen, sind noch gar nicht mitgezählt“, sagt der Kustos der bedeutendsten Kirche der Region. Die Kreuzfahrt-Gesellschaften bringen für ihre Reisegruppen zwar eigene „Guides“ (Reiseleiter) mit, dennoch profitiert auch das Münster von zusätzlichen Einnahmen: „Alle Überschüsse aus den Eintrittsgeldern fließen direkt in die Sanierung und den Erhalt unserer Kirche“, sagt Heider. Die Passagiere aus aller Welt leisten so also ihren Beitrag, um das Münster und seine Welterbe-verdächtige Innenausstattung für die Nachwelt zu erhalten.

Foto: Rolf Barkhorn

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Vor allem Urlauber aus den USA, aus Spanien und Italien zieht es die Bad Doberaner Kirche. „Derart alte Gotteshäuser gibt es in den USA schließlich nicht zu sehen.“ In diesem Jahr retten die Schiffsgäste dem Münster ganz besonders die Bilanz: Während viele „normale“ Urlauber im Rekord-Sommer eher an den Strand als in die Kirche zog, kam die Kreuzfahrt-Passagiere trotzdem. Passagiere, die im Schnitt pro Jahr in Rostock von Bord gehen – sie sichern die Jobs von vielen Hunderten Menschen in und um Rostock. Die OZ stellt fünf Beispiele vor, die vom Kreuzfahrt-Boom ganz direkt profitieren.

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Früher war Rostock nicht viel mehr als der „Port of Berlin“ – der Hafen für Berlin. Die meisten Gäste aus Übersee fuhren direkt in die Hauptstadt weiter. Das hat sich geändert: „Nur 40 Prozent fahren nach Berlin, 60 Prozent bleiben hier – besuchen Rostock, Bad Doberan und Kühlungsborn, Güstrow, Wismar oder auch Schwerin“, sagt Christian Hardt, Sprecher des Hafenbetreibers Rostock Port.

Die Attraktion Nummer eins in der Region ist – vor allem für Amerikaner und Japaner – die Mecklenburgische Bäderbahn: „Wir haben im Schnitt 30 000 Kreuzfahrt-Gäste pro Jahr, die mit unserem ,Molli‘ fahren“, sagt Bahn-Chef Michael Mißlitz. Fünf Prozent aller Fahrgäste kämen mittlerweile von den Schiffen. „Für uns ist das ein enorm wichtiges Standbeim geworden.“

Foto: Anja Levien

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Der „Molli“ sei so zu einem Leuchtturm für den Tourismus im Land geworden: „Die Bilder unserer alten Züge gehen mit den Gästen um die Welt.“ Und auch die Menschen in der Region haben etwas davon: Das Geld der Kreuzfahrer sei wichtig, um die Preise stabil halten zu können – auch für die Fahrgäste aus Bad Doberan, Heiligendamm oder Kühlungsborn.

Foto: Kerstin Sturm

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Genaue Zahlen kann Silke Greven, PR-Managerin des Hotel Neptun, nicht nennen – aber: Auch das bekannteste Hotel Warnemünde spürt den Kreuzfahrt-Boom. Mehr und mehr Gäste würden vor oder nach der Schiffsreise ab Rostock noch einige Tage im Nordosten verbringen wollen. „Sie genießen bei uns den Strand, die Region und gehen dann entspannt an Bord“, so Greven. Und ja: So profitiere auch die Hotellerie im Seebad von den schwimmenden Schiffen an der Kai-Kante.

Foto: Bernd Wüstneck/dpa


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Nach Berechnung der Universität Rostock im Auftrag von Rostock Port bucht mittlerweile fast jeder siebte Kreuzfahrt-Passagier rund um seinen Törn auch Übernachtungen in Rostock. Und gerade diese Gäste sind für die Wirtschaft interessant: Jeder Kreuzfahrtbesucher gibt pro Landgang in Deutschland im Durchschnitt 48 Euro aus. Bei all jenen, die schon einige Tage vorher anreisen, sind es im Schnitt und pro Tag sogar 156 Euro. Das hat der Branchenverband Clia errechnet.

Foto Cindy Wendt

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Die Geschichten von leergeräumten Supermarkt-Regalen im Warnemünder Zentrum sind fast schon legendär. Ganz so dramatisch ist es im Rewe-Markt an der Stadtautobahn noch nicht. Aber auch dort lassen es die Schiffspassagiere und -crews kräftig in den Kassen klingeln. „Auch bei uns nimmt die Zahl der ausländischen Kunden spürbar zu“, sagt Mitarbeiterin Silke Bonkowski.

Vor allem auf Süßigkeiten hätten es die Gäste abgesehen: „Schokolade in allen Variationen und Größenordnung steht besonders hoch im Kurs. Noch kommen wir mit dem Nachfüllen der Regale aber hinterher“, so Bonkowski. Sie sieht die Shopping-Touren der Schiffsgäste im Supermarkt absolut positiv: „Sie bringen Umsatz. Und Umsatz ist immer gut. Das Zusatzgeschäft nehmen wir natürlich sehr gerne mit.“

Foto: Marius Schwarz/ imago (Symbolfoto)

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Für Christine Schmidt bedeuten die Kreuzfahrt-Anläufe vor allem eines – viel Arbeit. „Das ist ein spannendes und schönes, aber absolut anspruchsvolles Geschäft“, sagt die Leiterin der Abteilung „Proviant“ bei der Kloska Group. Die Firma – auch bekannt unter dem Namen „Schiffsversorgung Rostock“ – beliefert viele Kreuzfahrtschiffe mit Lebensmitteln. Mit Gemüse und Fleisch, Getränken und Obst. „Vor allem die amerikanischen Schiffe wollen ganz andere Lebensmittel als für uns gewohnt. Wir besorgen für die Reedereien und ihre Küchen auf See zum Beispiel koschere Fertiggerichte.“

Seit 20 Jahren ist Schmidt nun im Kreuzfahrt-Geschäft. Und ein Trend, der an Land bei den Kunden mehr und mehr Fahrt aufnimmt, hat längst auch die Schiffe erreicht: „Regionale Spezialitäten sind mehr und mehr gefragt.“ Und so liefert sie mittlerweile auch Rostocker Wurst und Bier aus der Brauerei an der Doberaner Straße auf die Schiffe. „So haben auch die Erzeuger in Rostock etwas vom Kreuzfahrt-Geschäft.“ Vor allem die Passagiere aus Übersee seien immer begeistert vom „German beer“. „Sie würden am liebsten auch Bier aus Rostock mit nach Hause nehmen. Aber das ist derzeit zollrechtlich noch etwas schwierig.“

Foto: Julia Nastogadka/unsplash

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Kapitel 1 Wir leben von den Kreuzfahrern

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Kapitel 2 Kreuzfahrer retten das Münster

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Kapitel 3 30 000 Gäste für den „Molli“

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Kapitel 4 Vom Schiff an den Strand

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Kapitel 5 Süßes aus dem Supermarkt

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Kapitel 6 „German beer“ und Bratwurst

Julia nastogadka 324764 unsplash
Kapitel 7 Mehr zum Thema lesen Sie hier:

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