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Greifswald: Das steckt hinter den Namen der Stadtteile

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Im Mittelalter war Greifswald eine bedeutende Hansestadt. Aber der Ort war klein, beschränkte sich auf den Bereich innerhalb der Stadtmauern. Im 19. Jahrhundert begann sich Greifswald auszudehnen, die historischen Vorstädte entstanden. Einen echten Schub gab es durch den Anschluss an das Eisenbahnnetz 1863. Die inzwischen abgerissenen Stadttore waren die Namensgeber der neuen Vorstädte. Im 20. Jahrhundert hat Greifswald mehrere Orte wie Ladebow, Wieck, Eldena, Riems und Friedrichshagen eingemeindet. In der DDR entstanden große Neubauviertel.

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Der Begriff Innenstadt bezeichnet den Bereich innerhalb der historischen Stadtmauern. Zunächst entstand die Altstadt mit dem Markt. Bereits im 13.Jahrhundert entwickelte sich daneben die Neustadt mit dem heutigen Rubenowplatz als Markt.

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Die vier Tore der Greifswalder Stadtbefestigung an den wichtigsten Straßen sind die Namensgeber der historischen Stadttore. Im Süden lag das Fleischertor, vor dem schon im 14.Jahrhundert ein Schlachthaus nachgewiesen ist. An der Fleischerstraße selbst stand eine Reihe von Fleischerbuden. Die Fleischervorstadt entwickelte sich nach dem Bahnanschluss Greifswalds 1863, der zu einem wirtschaftlichen Aufschwung führte.

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An der Überlandstraße nach Wolgast stand das Mühlentor, der Namensgeber der Mühlenvorstadt, die heute in eine südliche und nördliche Mühlenvorstadt unterteilt werden. In diesem Bereich standen viele Mühlen. Hier stehen viele Villen aus den letzten Jahren vor dem Ersten Weltkrieg. Stadthalle und Theater wurden 1915 eingeweiht.

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Der Ryck trennt die Steinbecker Vorstadt von der historischen Altstadt. Namensgeber ist das 1951 als letztes Stadttor abgerissene Steinbecker Tor an der Straße nach Stralsund. Steinbecker steht dabei für Steinmetze, die Stenbiker. Hier befand sich eine Saline, die bis 1872 Salz produzierte.

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Namensgeber der Fetten(Vetten)vorstadt ist das Fettentor an der Straße nach Grimmen. Der Name des Tores verweist auf die Familie Fette. Hier befinden sich der Ende des 19. Jahrhunderts durch Julius Münter in diesen Bereich verlegte Botanische Garten und historische und neue Universitätsbauten. In jüngster Zeit werden in der Fettenvorstadt viele Wohnbauten errichtet.

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1956 wurde der Grundstein für das erste Greifswalder Neubauviertel gelegt. Die DDR bemühte sich damals um die internationale Anerkennung und setzte dabei besonders auf die Staaten des Ostseeraums. Ostseewochen wurden veranstaltet. Alle Straßen des neuen Stadtteils tragen Namen von Städten der Ostseeanrainerstaaten. Dem ersten (heute altes Ostseeviertel genannt) folgte das Ostseeviertel Parkseite (weil am Stadtpark), dessen Umgestaltung nach der Wende für Aufsehen sorgte. Das Ostseeviertel Ryckseite wurde in der DDR nicht mehr fertig.

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Die Südstadt steht am Beginn des Wohnungsbaus in industrieller Fließfertigung in Greifswald ab 1960. Namensgeber des Wohngebiets ist die Himmelsrichtung, der Verlauf der Achse von der Kreuzung Anklamer-/Beimlerstraße Richtung frühere Kasernen. Nach der Wende wurden hier viele freie Grundstücke erschlossen.

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An der Gützkower Landstraße siedelten sich schon nach dem Bahnanschluss 1863 Firmen an. Ab 1968 wurde das Industriegelände westlich der Gützkower Landstraße unter anderem mit dem Betonwerk Nord und Lagern ausgebaut. Hier befinden sich heute große Gewerbegebiete wie Herrenhufen und der Technologiepark. Der Name Industriegebiet verweist darauf.

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1967 begannen die Planungen für das große Plattenbauviertel Schönwalde I. Hier sollten insbesondere Mitarbeiter des bei Lubmin entstehenden Kernkraftwerkes leben. Namensgeber ist das nahe gelegene Dorf Schönwalde.

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Auf den Stadtteil Schönwalde I südlich der Anklamer Straße folgte ab 1973/74 das nächste Plattenbaugebiet Schönwalde II nördlich der Anklamer Straße. Auch die Universität wurde durch den Bau von vier Studentenwohnheimen und des Studentenclubs "Kiste" Nutzer. Namensgeber ist auch hier das Dorf Schönwalde.

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Die Stadtrandsiedlung wurde 1932 als erste Wohnsiedlung für Arbeiter und kinderreiche Familien errichtet. In den folgenden Jahrzehnten wurden bis ins 21.Jahrhundert hinein weitere Eigenheime errichtet. Der Name ergibt sich aus der Lage. Ein Zentrum ist der Sportplatz der "Hengste".

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Wieck wird 1248 erstmals als Besitz des Klosters Eldena erwähnt. Erst 1939 erfolgte die Eingemeindung des Fischerdorfs nach Greifswald. Wahrzeichen ist die Klappbrücke über den Ryck. Grenze nach Eldena ist nicht der Fluss, sondern der frühere Flussverlauf auf der Eldenaer Seite. Der Name Wie(c)k steht für eine kleine Bucht wie in diesem Fall die Dänische Wiek.

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Ohne das Kloster Hilda (Eldena) würde es Greifswald nicht geben. Hilda wurde bei dessen Gründung durch dänische Mönche 1199 der Ryck genannt. 1302 ist erstmals der Name Eldena nachgewiesen. Zunächste hieß es in der Regel Ildena. Der Namensforscher Manfred Niemeyer meint, dass bei der Entwicklung zum heutigen Namen auch Namen wie Altona und Elten eine Rolle gespielt haben könnte. 1939 erfolgte die Eingemeindung. Die wichtigste Sehenswürdigkeit ist die Klosterruine.

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Der Name Friedrichshagen verweist auf eine Hagensiedlung des Klosters Eldena, also eine Rodung, die für neue Bürger angelegt wurde. Seit 1960 gehört das Dorf zu Greifswald. Friedrich war höchstwahrscheinlich der Siedlungsunternehmer (Lokator) in dessen Regie die Siedlung angelegt wurde.

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Nach dem Ersten Weltkrieg wurde die „Obstbau-Genossenschaft“, damals noch vor den Toren Greifswalds gegründet. So erklärt sich der Name des Stadtteils. Auch mittellose Menschen  sollten durch Obst- und Gemüseanbau sowie Kleintierhaltung ihre Familien ernähren können. Die „Obstbau-Siedlung e.G.m.b.H.“ vergab ihre Grundstücke in Erbbaupacht. 1922 wurden die ersten Häuser am Birnenweg und am Hohen Weg erbaut.  Bis zum Beginn des Zweiten Weltkrieges 1939 waren fast alle Parzellen bebaut.

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Als Beitz des Klosters Eldena wird Ladebow 1248 erstmals als Lathebo urkundlich erwähnt. Erst 1939 erfolgte die Eingemeindung nach Greifswald. Der Name geht auf dänische Mönche zurück (lade steht für Scheune und bo für Haus), die aus der Gegend des Klosters Esroms stammten. Esrom ist das Mutterloster von Dargun, dessen Mönche das Kloster Eldena gründeten. Dort gab es ähnliche Namen. Die heutige und eher für slawische Ortsnamen typische Endsilbe "ow" führen Forscher auf einen Irrtum zur Wortherkunft zurück. Das "w" am Schluss taucht bis zum Ende des 17.Jahrhunderts nicht auf. Ladebow wird durch die in den 1930er Jahren entstandene Flugplatzsiedlung geprägt.

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Seit 1957 gehört die 1313 erstmals genannte Insel Rymiz (Riems) mit einem Stück Festland zu Greifswald. Ab 1930 war die Ortschaft eigenständig. Hier befindet sich seit 1910 die älteste virologische Forschungsstätte der Welt. Der größte Teil der Wohnhäuser steht auf dem Festland. Eine nähere Erlärung zum Namen liefert auch Manfred Niemeyer nicht, der sich intensiv mit den Ortsnamen in unserem Raum befasst hat. Zum Ortsteil Riems gehört auch die Insel Koos.  Diese wird erstmals 1184 als Coztam erwähnt. Im Slawischen bedeutet das Sandbak oder Ginstergebüsch. Koos gehört seit 1950 zum Forschungsinstitut auf dem Riems.

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In Groß Schönwalde und Koitenhagen haben sich nach der Wiedervereinigung viele Bürger Häuser gebaut. Dabei handelt es sich um historische Dörfer. Groß Schönwalde, der schöne Ort am Wald, war vor 1945 ein Universitätsgut. Ob es wirklich im Mittelalter ein schöner Ort am Wald war, ist nicht sicher. Solche Namen wurden auch benutzt, um Siedler anzulocken. 1974 erfolgte die Eingemeindung inklusive des Ortsteils Koitenhagen. Auch Koitenhagen war Unibesitz. Der Name Koitenhagen soll auf die Familie Kötzke/Kotzke/Koit zurückgehen, die das Dorf anlegte. Hagen steht für eine Siedlung (Hag für umfriedetes Gelände).

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