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6 Geschichten aus MV: So feiern wir Ostern

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Eier verstecken, Eier suchen, Osterfeuer, Ostermärsche, Ende der Fastenzeit, Gottesdienste in Gedenken an die Kreuzigung Jesu und seine Auferstehung: Ostern ist ein Fest mit vielen Facetten. Wir haben uns umgehört, wie die Menschen hier ihre Feiertage verbringen.

Foto: Corinna Schaak

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Bei Familie Hoba aus Karlshagen auf der Insel Usedom wird das Osterfest ganz klassisch gefeiert. „Am Karfreitag gibt es keine deftigen Speisen, kein Fleisch und keinen Alkohol“, sagt Mutter Christina. Sie erklärt, dass es jedes Jahr sehr einfaches Essen gibt. „Die Hintergründe des Osterfestes sind uns als Christen bewusst und wir versuchen auf die Weise, Traditionen zu pflegen“, erklärt sie.

Am Sonnabend schmückt Christina Hoba den Osterbaum an der Konzertmuschel des Ortes. Der Sonntag startet mit einem üppigen Frühstück für die ganze Familie. „Für uns endet zum Osterfest die Fastenzeit. Wir haben unter anderem auf Süßigkeiten verzichtet“, erklärt sie. Nach dem Frühstück werden im heimischen Garten die versteckten Osterkörbe gesucht.

„Unsere Tochter Amy (9) hat in der Vergangenheit selbst Österliches gebastelt und wird dies auch am Sonntag verstecken. Am Nachmittag beginnt für sie der Arbeitstag. Am Montag geht es zum Gottesdienst in die katholische Kirche nach Zinnowitz.

Text: Hannes Ewert
Foto: privat

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Das Grundstück von Marga Gnoth im Stadtteil Damgarten ist unübersehbar. Seit DDR-Zeiten schmückt die 84-Jährige ihren „Eierbaum“ vor dem Haus. Der Name hat zwei Gründe: Erstens hat sie ihn so beschnitten, dass er mittlerweile eine ovale Form angenommen hat. Und zweitens schmückt sie ihn jedes Osterfest aufs Neue mit etlichen bunten Eiern. 3000 sind es in diesem Jahr. Da der Baum noch immer wächst, müssen jedes Mal mehr Eier ran.

Ganz allein schafft Gnoth das jedoch nicht mehr. „Bei der Baumkrone hat mir mein Sohn geholfen“, erzählt sie. Ihren Garten und die Räume ihres Hauses zu dekorieren, gehört für sie einfach dazu. Nicht nur zu Ostern, sondern bei jedem Fest. „Ich freue mich darüber und finde es sehr schön.“

Wie sie die Feiertage verbringt, weiß sie noch nicht genau. Wahrscheinlich wird ein Freund vorbeikommen. Aber auch ohne Gesellschaft hat sie genug zu tun: Gnoth malt leidenschaftlich gern, bevorzugt Landschaftsmotive. Außerdem ist sie Dichterin. Über ihren Eierbaum hat sie im Mai 2016 ein paar Verse geschrieben. So heißt es in einer Zeile: „Und trotzdem wächst er, es ist eine Pracht – der Eierbaum, der fröhlich macht.“

Text: Flemming Goldbecher
Foto: Frank Söllner

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​Wie Sabrina Krampitz das Osterwochenende mit ihrer Familie verbringen wird, weiß sie noch nicht. „Wir sind da eher spontan und halten nicht viel von festen Traditionen“, erzählt die Rüganerin. Nur die selbst gebastelten Körbchen werden jedes Jahr aufs Neue vom Osterhasen versteckt. Ansonsten würde sie einfach gern etwas Schönes mit Partner Mirko Waschewski und ihren Töchtern Miriam und Samira unternehmen.

Zur Auswahl stünden neben einem Besuch der Großeltern auch Ausflüge in den Stralsunder Zoo oder Hansedom. „Wir haben gehört, dass dort zu Ostern einiges los ist.“ Für einen Besuch im Schwimmbad wäre vor allem die zehnjährige Miriam zu begeistern: „Ich würde wirklich gern schwimmen gehen“, bekräftigt sie ihrer Mutter.

Mirko Waschewski hingegen hofft, dass das Wetter tatsächlich so gut wie angekündigt wird. „Dann grillen wir an“, verrät der Bergener. Das gehe im Garten der Familie besonders gut. Den hätten Mutter und Töchter schon vor einer Weile österlich geschmückt und viele bunte Eier aufgehängt.

Text u. Foto: Pauline Rabe

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​Andrea Schröter und Celina Lüning werden das Osterfest im Stralsunder Zoo verbringen und gemeinsam mit vielen Gästen vor allem den Ostersonntag feiern. Darauf haben sich die Leiterin der Zooschule und die 18-Jährige, die im Tierpark ein Freiwilliges ökologisches Jahr (FöJ)  absolviert in den letzten Wochen gut vorbereitet.

„Es galt, 800 Osterkörbchen zu bestücken, die am Ostersonntag von den Kindern auf der Zoowiese gesucht werden können“, sagt Andrea Schröter, die schon seit 30 Jahren im Tierpark arbeitet. Die Vorbereitungen dafür liefen seit Anfang des Jahres, denn es mussten alle Bestellungen rechtzeitig raus, dass die Lütten dann in den Osternestern Süßigkeiten und ein Plüschtier vorfinden werden.

Gemeinsam mit vielen Helfern – Schülern vom Produktiven Lernen der Burmeister-Schule, aber auch Unterstützern von der AG Junge Zootierpfleger und dem Förderverein – war Celina Lüning dabei, den Zoo vor dem Fest frühlingsfein zu machen. Für die junge Stralsunderin war das FöJ ein Glücksfall: Ich werde danach eine Lehre als Tierpflegerin im Zoo beginnen. Ein Grund mehr, sich auf Ostern zu freuen.“

Text u. Foto: Jörg Mattern

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​Der Sohnemann der Familie Möslein ist schon sehr gespannt darauf, was der Osterhase in diesem Jahr wieder verstecken wird. Die Familie mit Mama Heidi, Papa Stefan, Töchterchen Tabea und Söhnchen Bastian aus Nürnberg verbringt die Osterferien in Vorpommern. Hier in der Gegend, erzählt Heidi Möslein, haben sie ein Ferienhaus. Gegen Ende der Woche fährt die Familie dann weiter zur Großmutter nach Berlin weiter.

Die Geschwister Tabea und Bastian freuen sich schon auf das Osterfest. Die Zeit mit der Familie und natürlich auch das Eier suchen findet die 15-Jährige Schülerin am besten an Ostern. Ihr Bruder freut sich vor allem aufs Ausschlafen.

Obwohl die Familie katholisch ist, geht es zu Ostern nicht in die Kirche. Auch die Tradition, am Karfreitag auf Fleisch zu verzichten, hat die Familie gelockert. „Meine Eltern haben das zwar immer so gemacht, bei uns kann aber schon abends etwas Wurst auf den Tisch kommen“, erzählt die Mutter der beiden.

Text u. Foto: Christin Lachmann    

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Bei Familie Krey wird Ostern sportlich. Denn Karl Krey ist gemeinsam mit Rudi Lemke seit Jahrzehnten der Organisator des Griebenower Parklaufs. Zweimal im Jahr gibt es das Lauf-Event im Schlosspark, an diesem Ostersonnabend startet er zum 69. Mal.

„1972 haben wir uns aus einer Bierlaune heraus im Park getroffen und sind einfach losgelaufen“, erzählt Karl Krey. Später wurden daraus feste Termine zu Ostern und an einem Sonnabend im Herbst. Zeitweise lief fast die gesamte Familie Krey mit, mittlerweile stehen beim Nachwuchs andere Sportarten höher in der Gunst. „Aber Ostern und Parklauf gehören bei uns zusammen“, sagt auch seine Frau Renate Krey.

Mit dem Parklauf sei das Osterfest auch ein Familientreffen, aber in diesem Jahr werde es knapp. Denn am Gründonnerstag steht auch noch eine Hochzeit an. „Da bleibt uns kaum Zeit fürs traditionelle gemeinsame Eierfärben“, bedauern sie. Pünktlich um 10 Uhr startet er übrigens den ersten Lauf über eine Meile. Danach beginnen die Läufer über fünf und zehn Kilometer. Ab 9 Uhr ist das Meldebüro geöffnet.

Text: Almut Jaeckel
Foto: Roswitha Pendzinsky

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